Sonntag, April 01, 2007

Deutschland wählt die Underdogs

Ja, ich gebe zu: ich sehe gelegentlich DsdS.
Diesesmal habe ich nur das Ende gesehen und mich königlich über die langen Gesichter der Jury amüsiert. Ausgeschieden ist (wie in fast jeder Staffel) die designierte Siegerin, Francisca Urio.
Aber wenn die Überlegenheit so klar ist, schwenken die Sympathien der handybesitzenden deutschen Teenies zu dem Kandidaten um, von dem man gerne entjungfert werden möchte. Und das scheint sich relativ gleichmäßig auf alle anderen Kanditaten zu verteilen - nur eben nicht auf Frl. Urio. Das kann ich persönlich nicht nachvollziehen, aber da erinnere ich mich an die Worte von Bohlen, der in einer der letzten Sendungen zu ihr sagte, sie wirke zu perfekt und das würde die kleinen Jungs abschrecken. Da dachte ich natürlich nur, der alte Mann will sie knattern, mag aber keine starken Frauen. Aber siehe da: er hatte recht. Sie bekam die wenigsten Anrufe.

Aber sie konnte darüber nur lachen. Warum auch nicht. Vermutlich hat sie schon mehrere Anfragen für Plattenaufnahmen sicher. Vielleicht hätte sie doch ein wenig traurig sein sollen, denn sie hat noch einen drei Jahre dauernden Vertrag mit den Machern von DsdS, die bei jeder Aktivität Geld abschöpfen dürfen.
Nur die können sich ihren Wettbewerb jetzt rektal einführen, weil der Sieger (Mark Medlock oder Lisa Bund) immer nur der Beste vom Rest bleiben wird.

Das war mal ein erster April nach meinem Geschmack.

Mittwoch, Januar 17, 2007

Waffen töten

Die ortsansässige Ermittlungskommission der Metzelkinder von Tessin sucht jetzt nach Gewaltspielen.
Aber angeblich fanden sie nur Computerspiele, die ab 12 Jahren freigegeben waren, auf den Rechnern der Übeltäter. So ein Ärger. Ein empfindlicher Rückschlag für die These, dass Computerspiele Schuld am Unglück der Welt sind.
Ungeachtet dessen fordern im Fernsehen Anwohner über 60 Jahren und das Oberbayerische Volksblatt ein umgehendes Verbot aller Computerspiele, äh, Killerspiele.

Ein Kardinalverdacht liegt auf "Final Fantasy II" (mglw ein Tippfehler des Berliner Kuriers, den m.E. ist das Spiel ca 15 Jahre alt - Korrektur: gemeint war Final Fantasy XI also 11.). Die Kinder hätten nach dem Spielen dieses Killerspieles ab 12 Jahren die Idee mit einem Messer zum Spielen rauszugehen gehabt. "Mutti, wir gehen raus, spielen. Ich nehme die Steakmesser mit." - "Ist gut, Schatz."

Aber mal ehrlich. Als ich 11 war, hat mich überraschend eines der Kinder aus meiner Klasse zum Spielen aus dem Haus geholt. Nachdem er mir gezeigt hat, wo er wohnt, holte er eine Gaspistole mit Munition aus einem Schrank und wollte nur mal zum Spass eine Patrone in einer Pfütze abfeuern. Da ich aber schon immer ein Schisshase war, war das gemeinsame Spielen danach für mich erledigt. Homecomputer gab's damals noch nicht. Bescheuerte Kinder gab es immer schon.

Wenn es also nicht Computerspiele waren, waren es vielleicht Handyspiele? Mit Sicherheit hatte jedes der Kinder ein Handy. Noch wahrscheinlicher sind natürlich Klingeltöne.
Aber ich habe jetzt den gemeinsamen Nenner aller Vorfälle entdeckt:
Alle Kinder gingen zur Schule!

So, genug gelacht. Aber ernsthaft - warum finden die Massaker meistens in Schulen und an Lehrern oder Mitschülern statt? Weil Kinder die Schule und ihre Mitschüler hassen! Ganz einfach.
Jeder hasst mal die Schule, weil man nicht dazugehört, gehänselt wird oder weil man feststellen muss, dass das Leben nicht immer ein Kinderspiel ist. Nur wurden Kinder früher nach der Schule in ein soziales Umfeld entlassen, in dem solche Probleme angesprochen oder durch Selbstwertgefühl kompensiert wurden.
Aber viele Eltern sind nach ihrem Tagwerk zu erledigt, um sich auch noch die Sorgen anderer anzuhören und überlassen ihre Kinder dem Fernsehen und dem Computer. Aha, Computer? Ja, aber Computer bieten nur das gleiche, was Karl May meinen Eltern bot - Phantasiewelten. Ein alternatives Leben. Deshalb haben Kinder früher Cowboy und Indianer gespielt. Mit Holzpistolen (... man hatte ja nichts). Aber heute haben sie anscheinend zum einen keine Probleme in Besitz von echten Waffen zu kommen und zum anderen weniger Hemmungen andere Menschen zu verletzen.

Woran liegt das? Mangelnde Erziehung und der Niedergang des Ostblocks. Was wofür ursächlich ist, muss jeder selbst entscheiden.

Dienstag, Januar 09, 2007

Meisterschaft für Dauerglotzer

Ich würde mir mal eine deutsche Zappingmeisterschaft wünschen.
Dabei muss man möglichst schnell Filme und Serien erkennen. D.h. man bekommt einen Clip vorgespielt und wenn man ihn erkannt hat, springt man zum nächsten Clip. Und wer zuerst am Ende angekommen ist, bzw. eine vorgegebene Anzahl von Clips richtig erkannt hat, hat gewonnen.

Z.B. Farbfilm ca. 60er. man sieht Kornfelder. In der Mitte eine Strasse. Ein Bus kommt -> Der Unsichtbare Dritte
Schwarzweiss. Nebel. Eine Propellermaschine wartet mit laufenden Motoren -> Casablanca
Farbfilm ca 90er. Edward Norton mit Hemd und Krawatte und mit einem großen Blauen Fleck an der linken Schläfe. -> Fight Club
Farbfilm ca 80er. Hubschrauberkamera. Ein Auto fährt eine kurvige Strasse durch eine gebirgige Waldlandschaft. -> Anfang Shining oder Ende Bladerunner

Für Fortgeschrittene kann man auch weniger bekannte Szenen nehmen, bei denen die Kamerafahrten oder Beleuchtung o.ä. den Hinweis geben.

Mir passiert es immer wieder, daß ich Filme bereits nach zwei Sekunden erkenne. Selbst Filme, die ich noch nie gesehen habe, erkenne ich an Filmmaterial, Thema und Bildsprache.
Das muss man doch irgendwie zu Geld machen können.

Für einen Wettbewerb braucht man eine DVD mit nahezu zufällig zusammenstellen Clips, so dass man von einem Clip zum nächsten vorspulen kann. Mir fehlen die technischen Kenntnisse um entsprechende DVDs herzustellen. Aber vielleicht macht das ja mal jemand...

Helge Hitler

Helge hat wieder einen Film gemacht. Oder genauer in einem mitgespielt.

Jetzt zur Uraufführung des Filmes in dem deutschen "Traditionskino" (stern.de) hatte Rolf Hochhuth folgendes zu sagen: "Wenn zu einem Ereignis alles gesagt ist, muss man die komische Seite beleuchten", und sprach von einer "grotesken, ironischen und humoristischen Aufarbeitung von Geschichte" - und meinte damit sein eigenes Theaterstück, das am 13. Januar in Berlin aufgeführt wird. Den Film Dani Levys nannte er Geschichtsfälschung und "Verklärung" Hitlers und seiner Zeit.
Merke: Hochhuth gut, Levy böse, sagt Hochhuth. Da mir Eigenlob zutiefst zu wider ist und ich mich des Eindrucks nicht erwehren kann, dass er nur so schlecht über Levys Film urteilt, weil er auf die mediale Aufmerksamkeit neidisch ist, hoffe ich nur, dass die vereinte jüdische Gemeinde von Berlin sein Stück nächste Woche in der Luft zerreisst.

Ich für meinen Teil sehe mir lieber noch mal den Bonker an.

Montag, September 11, 2006

new String(string) benutzen nur Anfänger?

Kann man sich in Java mit vielen 4 Zeichen langen Strings ein Speicherproblem schaffen?
Klar, wenn man ca. (Speichergröße in Byte / 4) Strings hat.

Weit gefehlt.
Es geht auch anders, wenn man nicht alles über Strings weiß.

Ein Beispiel, das uns ca. 3 Manntage Forschungsarbeit gekostet hat:
Man importiert eine mehrere GB große Datei Zeile für Zeile, parst die Zeilen in die Datenbank und merkt sich nur die 4 Zeichen langen Kennziffern der Zeilen, damit man doppelte Aktionen vermeiden kann.

Was gibt es da über Strings zu wissen? Und wo soll der Speicher verloren gehen, wenn man die Zeile nur innerhalb der Schleife kennt?

Ein String ist ein Objekt, das seinen Text als Auszug aus einem char[] speichert. Wenn man jetzt die ca. 2 KB langen Zeilen der Importdatei
mit substring() zerlegt, werden die Substrings nicht mit einem neuen char[] erzeugt, sondern zeigen auf den gleichen Array mit einem entsprechenden Offset. Eine super Idee, um Speichermüll zu vermeiden.
Aber wenn man - wie wir - einen der Substrings dauerhaft im Speicher hält (Map, etc.), behält man auch dauerhaft den dahinter hängenden char[]. Und das führt zu 2KB unnötigem Speicherverbrauch pro Zeile.

Die Lösung des Problems sieht dann aus wie Anfängercode:
String kennziffer = new String(zeile.substring(0,4));
Durch new String() wird tatsächlich auch ein neuer char[] für die 4 Zeichen erzeugt und schon hat man keine Probleme mehr.

new String(string) ist normalerweise vollkommen nutzlos, weil Strings unveränderlich sind, und sollte aus Speichergründen nicht verwendet werden. Aber wenn man große Strings mit substring() zerlegt, sollte man es in Erwägung ziehen.

rathergood B3ta Flash

Und heute mal ein paar musikalische Highlights aus den Flash-Schmieden von Rathergood und B3ta:

Hey hey 16k - Ode an die alten Homecomputer
We Like the Moon - mein Gutelaunelied (für die optimale Wirkung am besten drei mal laufen lassen)
Bukkake - mit diesem Lied im Ohr wird das Surfen auf Pornoseiten wenigstens erträglich
Sleepy Kittens - einer für den Morgen nach der Party

Mittwoch, August 30, 2006

Wir werden Weltmeister!

Hurra! Deutschland hat das Eröffnungsspiel der Fussball WM gewonnen! Also diesesmal der WM für Menschen mit Behinderungen.
Ich habe mich aber gewundert, warum da keine Lotsen auf dem Feld sind, die den Sehbehinderten sagen, wo's lang geht. Oder keine Leute mit künstlichen Beinen. Nein, das sind alles nur geistig behinderte. D.h. laut Heute hat keiner der Spieler einen IQ über 75.
Na, dann haben wir ja leichtes Spiel, wenn da Bundesligaspieler mitmachen dürfen...