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Sonntag, August 23, 2009

Google verhütet

Man findet ja zu fast allen Suchbegriffen Porno.
Aber bisher war ich immer davon ausgegangen, dass mich nur die Kindersicherung von Google davor schützt versehentlich auf Pornoseiten zu gelangen.

Eine andere Auffassung, die ich bisher vertrat, ist dass das deutsche Gesetz mir nur den Zugriff auf verfassungsfeindliches oder kinderpornographisches Material verbietet (und außerdem im Internet selten angewendet wird).


Aber diese Zeiten scheinen der Vergangenheit anzugehören. Denn am Fuß meiner letzten Suche fand ich die Anmerkung: "
Aus Rechtsgründen hat Google 3 Ergebnis(se) von dieser Seite entfernt. Weitere Informationen über diese Rechtsgründe finden Sie unter ChillingEffects.org."

Bei relativ harmlosen Suchbegriffen finde ich 3 Treffer für gesperrte Seiten schon erschreckend viel. Könnte es sein, dass da mehr gesperrt wird als notwendig? In meiner 15jährigen Karriere als Junggeselle bin ich noch nie auf Kinderpornographie gestoßen. Mit dem letzten Vorstoß gegen Kinderpornographie kann es auch nichts zu tun haben, da die Verfügung anscheinend von
Dezember 2005 ist.

Und ich dachte immer Zensur gibt es nur in China.

(Der andere Link hatte übrigens noch nicht einmal eine Begründung.)

Dienstag, Juli 28, 2009

"Nicht jeder, der trinkt, wird deswegen zum Schläger"

Und wieder ein Gerichtsurteil. Dieses mal wurde entschieden, dass es Gemeinden nicht erlaubt ist offenen Suff zu verbieten.

In Freiburg war für Wochenenden Alkoholgenuss auf öffentlichen Plätzen untersagt - in der Hoffnung damit Schlägereien und ähnliche Alkoholdelikte vermeiden zu können.
Die von der Presse kolportierte Begründung des Klägers war: "Nicht jeder, der trinkt, wird deswegen zum Schläger". Das Gericht erklärte die Verordnung für zu pauschalisierend, Einzelfallentscheidungen seien eine Notwendigkeit.

Warten wir mal ab, wie sich Gerichte zu den sich anbahnenden Computerspiel Verboten entscheiden werden.

Donnerstag, März 16, 2006

Killerspiele unter uns

Und gleich zum warm werden mal ein Link auf eine Nachricht von gestern:
Kriminologe Pfeiffer fordert rigides Vorgehen gegen "Killerspiele"

Mein Lieblingszitat:

Der durchschnittliche männliche Hauptschüler bringe es auf fünf Stunden Medienkonsum am Tag. "Das ist ein krankes Leben"

Vielen Dank, Herr Pfeiffer. Ich finde Ihr Leben auch viel angenehmer.

Aber die ganze Diskussion finde ich ziemlich unerquicklich. Immerhin wird diesesmal nicht unter dem direkten Eindruck eines blutigen Verbrechens mit dem zugehörigen Boulevardjournalismus im Nacken diskutiert.
Die Süddeutsche hat heute neben einigen nicht minder undifferenzierten Gegenthesen ein brauchbares Schlusswort gefunden (ich finde den Link leider nicht mehr). Aber es lautete in etwa wie folgt:
Computerspiele haben ebenso wie Filme eine FSK Alterfreigabe. Wenn trotzdem Spiele, die für Kinder ungeeignet sind, in deren Hände gelangen, ist es nicht die Schuld der Spiele oder Spielehersteller.
Und ein blankes Verbot von bestimmten Spielen, wird Dank der diversen online Tauschbörsen unsere computerfachkundige Jugend nicht daran hindern, diese in ihre Finger zu bekommen.

Mein Fazit dazu ist das gleiche wie zu den Themen Bildungsmisere, Drogenmißbrauch und Jugendkriminalität:
Erwachsene (und insbesondere die Eltern) sollten sich mehr mit ihren Kindern beschäftigen. Diese Erkenntnis ist nicht wirklich neu und wurde schon von vielen Menschen geäußert, die klüger sind als ich.
Wie bringt man aber gerade die Eltern der üblichen Verdächtigen dazu, sich mit ihren Kindern zu beschäftigen? Die Antwort darauf muss ich schuldig bleiben. Die Worte Kirche und Gemeinde liegen mir auf der Zunge, aber wer braucht das schon, wenn man 34 Känäle im Fernsehen hat, oder hat überhaupt die Zeit dafür?